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Heribert Raß (*19.11.1955 - † 1.9.2018)

Heri beim Kinderfest 2011Heri beim Kinderfest 2011

Im Alter von 15 Jahren trat Heribert Raß 1970 den „Waldläufern“ bei. Sehr schnell realisierte er, dass es sich bei den Pfadfindern nicht um einen „normalen“ Verein handelte, sondern um eine Gemeinschaft, die für ihn etwas Faszinierendes hatte. Heri, wie ihn die Pfadfinder fast 50 Jahre lang nannten und kannten, integrierte und engagierte sich sehr schnell bei den Pfadfindern. Bereits im Alter von 18 Jahren übernahm er Führungsaufgaben im Stamm sowie im Regionalbund „Grenzland“. Nach dem Übertritt der Waldläufer von „Grenzland“ zum deutschlandweit agierenden Bund „Mosaik“ engagierte sich Heri auch mehrere Jahrzehnte im Landesverband Bayern, dessen stellvertretender Vorsitzender er von 1991 bis 1998 war. 

Auch bei der Organisation von Großlagern des Dachverband DPV war Heri immer zu Stelle und
arbeitete im Organisationsteam zur Vorbereitung und Durchführung des Verbands-Lagers
WASGONIA 1992 mit, welches von über 4.100 Pfadfindern besucht wurde. Die „Waldläufer“ hatten zu diesem Zeitpunkt Kontakt zu tschechischen Pfadfindern aus Tachau, welche man zu diesem Lager einlud. Da sich die tschechischen Pfadfinder das Lager finanziell nicht leisten konnten, übernahm Heri die Hälfte der Kosten privat – nicht das letzte Mal, das Heri Pfadfindern half. Unvergesslich für viele Grafenwöhrer war auch das 6. Bundessingefest, welches dank Heri der Bund „Mosaik“ 1994 im Grafenwöhrer Waldbad abhielt. Über 250 Pfadfinder des Bundes Mosaik unternahmen die Reise in die Oberpfalz, für viele rheinische Pfadfinder fast so etwas wie eine Reise zum Mars. Etwa 25 Jahre lang organisierten Heri mit “seinen“ Pfadfindern die alljährlichen Johannisfeuer und trug so zum Erhalt des Brauchtum in Grafenwöhr mit bei.

Auch die Jubiläumslager der Waldläufer zum 30. Jubiläum (1980), zum 40. (1990), zum 50. (2000) und zum 60. Jubiläum im Jahre 2010 organisierte Heri in verantwortlicher Position mit. Unvergesslich auch die Dauerausstellung im Heimatmuseum Grafenwöhr über den Pfadfinderstamm „Waldläufer“ und die Pfadfinderbewegung in Deutschland. 

Heri´s großes Hobby war die Jugendbewegung, und so war er nicht nur für die Pfadfinder tätig. Seit den 1980er Jahren arbeitete er auch im Stadtjugendring Grafenwöhr mit, zuletzt als dessen
Vorsitzender. Ebenso war Heri jahrelang im Kreisjugendring Neustadt engagiert. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt Heri im Herbst 2008 von Bundespräsident Horst Köhler
die Bundesverdienstmedaille verliehen, überreicht durch Landrat Simon Wittmann in Neustadt. Zwar stand Heri staatlichen Auszeichnungen skeptisch gegenüber, jedoch bedeutete für ihn die Verleihung auch die Anerkennung und Auszeichnung der Pfadfinder und der Jugendarbeit. Für Heri war es wichtig Jugendlichen eine sinnvolle alternative Freizeitgestaltung in einem Kreis Gleichgesinnter zu bieten, umso Jugendliche für die Natur, die Gemeinschaft und die Gesellschaft begeistern zu können.

 Neben der Pfadfinderbewegung war Heri begeisterter Skifahrer und
widmete sich diesem Hobby so oft es seine Zeit erlaubte. Ferner reiste Heri sehr gern, nicht nur in
Europa. Neben Israel, Kenia und Hong Kong bereiste er auch mehrmals die USA und Kanada. Nach seiner Pensionierung Ende Mai 2019 war die Antarktis als sein nächstes Ziel auserkoren.